Wer nach Erfahrungen mit einer SEO-Agentur sucht, findet meistens Fallstudien, in denen alles nach oben geht. Diese hier ist anders aufgebaut. Sie zeigt drei Projekte aus meiner Agenturarbeit, mit unveränderten Daten aus der Google Search Console, einschließlich der Teile, die nicht funktioniert haben.
Ein Projekt hat seine Sichtbarkeit mehr als verdoppelt und kaum zusätzliche Klicks bekommen. Ein anderes hat seine Klicks verdoppelt, ohne bei Google besser zu ranken. Das dritte kam in einem einzigen Monat auf 44.661 Einblendungen, bei einer Klickrate von 0,75 Prozent.
Ein Hinweis zur Zählweise: Die Search Console zählt Klicks aus der Suche, keine Personen. Ein Nutzer kann mehrfach klicken. Ich schreibe deshalb durchgehend von Klicks und nicht von Besuchern.
Dazu ein Abschnitt zur Sichtbarkeit in KI-Antworten, mit dem Teil, der gegen die übliche Erzählung spricht.
Die Kunden sind anonymisiert. Die Zahlen sind es nicht.
Die Zahlen auf einen Blick
Über alle drei Projekte zusammen: 3.427 Klicks aus 174.832 Einblendungen.
Die Projekte laufen unterschiedlich lange: die Sportfotografie seit gut einem Jahr, die Kanzlei und der Bodenhandel seit rund acht Monaten.
Die Search Console zeigt allerdings nur, was seit dem Anlegen der jeweiligen Property aufgezeichnet wurde, und das war bei zwei Projekten später als der Projektstart. Die Zahlen hier decken deshalb nicht die volle Laufzeit ab, sondern den messbaren Teil: 180 Tage bei der Sportfotografie, 172 bei der Kanzlei, 151 beim Bodenhandel.
Weil diese Fenster verschieden lang sind, vergleiche ich jeweils die ersten 30 Tage mit den letzten 30 Tagen:
| Projekt | erste 30 Tage | letzte 30 Tage | Klicks | Einblendungen |
|---|---|---|---|---|
| Kanzlei | 117 Klicks / 1.782 Einbl. | 159 / 4.446 | +36 % | +149 % |
| Sportfotografie | 102 / 4.804 | 322 / 8.926 | +216 % | +86 % |
| Bodenhandel | 57 / 4.125 | 322 / 20.884 | +465 % | +406 % |
Alle drei Projekte liefen über den gesamten Zeitraum mit demselben monatlichen Budget, unter 1.000 Euro. Das ist für die Tabelle oben wichtiger, als es aussieht. Die Spanne zwischen 36 und 465 Prozent lässt sich nicht damit erklären, dass in eines der Projekte mehr Geld geflossen wäre. Es war überall derselbe Einsatz.
Dazu drei Einordnungen, die in Fallstudien selten mitgeliefert werden.
Prozente aus kleinen Ausgangswerten sehen größer aus, als sie sind. Der Bodenhandel startet bei 57 Klicks in 30 Tagen. Die 465 Prozent entsprechen 265 zusätzlichen Klicks im Monat. Das ist ein gutes Ergebnis, aber es ist eine andere Größenordnung, als die Zahl suggeriert.
Der Ausgangswert ist nicht der Zustand vor der Arbeit. Bei der Kanzlei und beim Bodenhandel lief das Projekt schon zwei bis drei Monate, als die Messung begann. Die ersten 30 Tage zeigen also keinen Nullpunkt, sondern einen Zwischenstand. Was vorher passiert ist, steht in keiner Tabelle, weil es nicht aufgezeichnet wurde.
Bei der Kanzlei wächst die Sichtbarkeit viermal schneller als die Klicks. 149 Prozent mehr Einblendungen stehen 36 Prozent mehr Klicks gegenüber. Ein Reporting, das nur die erste Zahl zeigt, würde hier einen Erfolg ausweisen, der beim Kunden kaum ankommt. Warum das so ist, steht im nächsten Abschnitt.
Beim Saison-Verdacht hilft das Vorjahr, aber nur zur Hälfte. Die Sportfotografie arbeitet für Vereine, und Mannschaftsfotos entstehen zum Saisonstart. Der Anstieg zwischen August und Oktober fällt genau darauf.
Im selben Kalenderfenster ein Jahr früher, 1. September bis 31. Oktober:
| Klicks | Einblendungen | |
|---|---|---|
| 2025 | 67 | 672 |
| 2026 | 716 | 21.137 |
Eine Saison erklärt keinen Faktor zehn von Jahr zu Jahr. Dazu kommt der volle Monatsverlauf weiter unten: Die Kurve dreht im April 2026 und steigt von da an durch. Ein Saisonstart im August erklärt kein Wachstum, das vier Monate vorher begonnen hat.
Was saisonal sein dürfte, ist die Spitze: September 2026 liegt mit 395 Klicks über Oktober mit 321. Das Niveau darunter ist es nicht.
Projekt 1: Anwaltskanzlei
Zeitraum 18. Mai bis 5. November 2026. Insgesamt 843 Klicks aus 16.987 Einblendungen.
| Monat | Klicks | Einblendungen | Klickrate | Ø Position |
|---|---|---|---|---|
| Juni | 132 | 1.991 | 6,63 % | 10,4 |
| Juli | 159 | 2.172 | 7,32 % | 8,8 |
| August | 161 | 3.258 | 4,94 % | 11,0 |
| September | 155 | 3.652 | 4,24 % | 8,9 |
| Oktober | 161 | 4.349 | 3,70 % | 7,2 |
Von Juni bis Oktober haben sich die Einblendungen mehr als verdoppelt, von 1.991 auf 4.349. Die durchschnittliche Position hat sich von 10,4 auf 7,2 verbessert, also um gut drei Plätze. Beides sind Zahlen, die sich in einem Reporting gut machen.
Die Klicks sind im selben Zeitraum von 132 auf 161 gestiegen. Das sind 22 Prozent bei 118 Prozent mehr Sichtbarkeit. Die Klickrate ist dabei von 6,63 auf 3,70 Prozent gefallen.
Der Grund steht in den Seitendaten. Über die letzten 90 Tage:
| Seite | Einblendungen | Klicks | Klickrate | Position |
|---|---|---|---|---|
| Startseite | 4.285 | 326 | 7,61 % | 7,3 |
| Ratgeber Promillerechner | 1.200 | 2 | 0,17 % | 8,1 |
| Ratgeber Rotlichtverstoß | 2.399 | 13 | 0,54 % | 14,1 |
| Rechtsgebiet Strafrecht | 1.243 | 4 | 0,32 % | 4,8 |
| Anwaltsprofil | 857 | 29 | 3,38 % | 2,4 |
Die Startseite steht auf Position 7,3 und holt 7,61 Prozent. Der Promillerechner steht auf Position 8,1, praktisch derselben Stelle, und holt 0,17 Prozent. Das ist der Faktor 45 bei fast identischer Position.
Wer „Promille berechnen“ googelt, bekommt die Antwort direkt im Suchergebnis und hat keinen Grund mehr zu klicken. Die Seite rankt, sie erfüllt ihren Zweck für den Suchenden, und sie bringt der Kanzlei keinen Klick.
Ob die zusätzliche Sichtbarkeit zwischen Juni und Oktober überwiegend aus solchen Anfragen stammt, zeigen diese Tabellen nicht. Sie zeigen die Leistung einzelner Seiten über 90 Tage, nicht die Entwicklung einzelner Suchanfragen über sechs Monate.
Was sie zeigen: Einzelne Ratgeber sammeln viele Einblendungen, ohne nennenswert Klicks zu bringen. Die Startseite zeigt zugleich, dass hohe Sichtbarkeit und eine gute Klickrate zusammengehen können. Sie hat mit 4.285 Einblendungen den höchsten Wert der Website und mit 7,61 Prozent die beste Klickrate.
Projekt 2: Sportfotografie
Zeitraum 10. Mai bis 5. November 2026. Insgesamt 1.456 Klicks aus 52.747 Einblendungen.
| Monat | Klicks | Einblendungen | Klickrate | Ø Position |
|---|---|---|---|---|
| Juni | 156 | 8.604 | 1,81 % | 7,6 |
| Juli | 197 | 7.684 | 2,56 % | 7,8 |
| August | 269 | 11.118 | 2,42 % | 7,9 |
| September | 395 | 11.903 | 3,32 % | 7,4 |
| Oktober | 321 | 9.234 | 3,48 % | 7,5 |
Hier läuft es genau andersherum. Die Position liegt im ganzen Zeitraum zwischen 7,4 und 7,9, bewegt sich also nicht. Die Einblendungen im Oktober liegen mit 9.234 sogar leicht über dem Juni-Wert von 8.604, aber nicht in einer anderen Größenordnung.
Die Klicks sind von 156 auf 321 gestiegen. Das ist eine Verdopplung ohne jede Rankingverbesserung. Gekommen ist sie aus der Klickrate, die sich von 1,81 auf 3,48 Prozent fast verdoppelt hat.
Auch hier erklären die Seitendaten den Unterschied:
| Seite | Einblendungen | Klicks | Klickrate | Position |
|---|---|---|---|---|
| Kontaktseite Fotografen | 4.304 | 323 | 7,50 % | 7,0 |
| Startseite | 10.485 | 484 | 4,62 % | 9,4 |
| Ratgeber Vereinsfotos vor Ort | 748 | 2 | 0,27 % | 4,2 |
| Ratgeber Bilder-Upload | 4.376 | 14 | 0,32 % | 6,7 |
Die Kontaktseite steht auf Position 7,0 und holt 7,50 Prozent. Der Ratgeber zu Vereinsfotos steht auf Position 4,2, also drei Plätze weiter vorn, und holt 0,27 Prozent. Die bessere Position bringt ein Achtundzwanzigstel der Klickrate.
Der lange Verlauf
Für dieses Projekt reichen die Daten weiter zurück als für die anderen beiden. Die Property existiert seit September 2025.
| Monat | Klicks | Einblendungen |
|---|---|---|
| September 2025 | 14 | 163 |
| Oktober 2025 | 53 | 509 |
| November 2025 | 66 | 790 |
| Dezember 2025 | 29 | 749 |
| Januar 2026 | 50 | 874 |
| Februar 2026 | 43 | 966 |
| März 2026 | 85 | 1.344 |
| April 2026 | 136 | 2.839 |
| Mai 2026 | 92 | 3.803 |
| Juni 2026 | 156 | 8.604 |
| Juli 2026 | 197 | 7.684 |
| August 2026 | 269 | 11.118 |
| September 2026 | 395 | 11.903 |
| Oktober 2026 | 321 | 9.234 |
Sieben Monate lang, von September 2025 bis März 2026, liegen die Klicks zwischen 29 und 85. Keine Richtung, nur Schwankung. Ab April dreht die Kurve und steigt dann Monat für Monat.
Oktober 2025 gegen Oktober 2026: 53 gegen 321 Klicks, 509 gegen 9.234 Einblendungen. Das Sechsfache an Klicks, das Achtzehnfache an Sichtbarkeit.
Diese sieben flachen Monate sind der Teil, den Fallstudien normalerweise weglassen. Sie beginnen ihre Grafik dort, wo die Kurve dreht.
Was in diesen Monaten dazukam
Die Search Console zeigt nicht nur Zahlen, sondern auch, welche Seiten wann überhaupt in der Suche auftauchen:
| Zeitraum | Seiten in der Suche | Klicks pro Monat |
|---|---|---|
| September 2025 bis Januar 2026 | 10 | 14 bis 66 |
| Februar bis Mai 2026 | 17 | 43 bis 136 |
| Juni bis Oktober 2026 | 23 | 156 bis 395 |
Im ersten Fenster bestand die Website im Wesentlichen aus Startseite, Kontakt, Impressum und zwei Inhaltsseiten.
Zwischen Februar und Mai kamen acht Seiten dazu, überwiegend eine eigene Seite je Sportart: Fußball, Handball, Volleyball, Basketball, Eishockey. Das sind Leistungsseiten, keine Ratgeber. In genau diesem Fenster dreht die Kurve.
Zwischen Juni und Oktober kamen sechs weitere dazu, diesmal Fachartikel zu Verbandsthemen. Die bringen die großen Einblendungszahlen und kaum Klicks: Eine davon kommt auf 9.406 Einblendungen und 27 Klicks.
Angekommen sind die Klicks woanders. Die Kontaktseite hatte von September 2025 bis Januar 2026 zusammen 145 Einblendungen und 7 Klicks. Von Juni bis Oktober 2026 sind es 5.500 Einblendungen und 407 Klicks.
Dass die neuen Seiten die alten nach vorn gebracht haben, beweist auch diese Abfolge nicht. Sichtbar ist nur: Die Klicks landen nicht auf den neuen Inhalten, sondern auf den Seiten, die vorher schon da waren. Dass eine Seite viele Einblendungen sammelt, heißt nicht, dass sie die Seite ist, auf der jemand ankommt.
Projekt 3: Online-Handel für Bodenbeläge
Zeitraum 8. Juni bis 5. November 2026. Insgesamt 1.128 Klicks aus 105.098 Einblendungen.
| Monat | Klicks | Einblendungen | Klickrate | Ø Position |
|---|---|---|---|---|
| Juni (ab 8.) | 43 | 3.092 | 1,39 % | 19,0 |
| Juli | 133 | 9.187 | 1,45 % | 14,1 |
| August | 244 | 23.776 | 1,03 % | 11,3 |
| September | 337 | 44.661 | 0,75 % | 9,2 |
| Oktober | 305 | 19.336 | 1,58 % | 10,3 |
Die Einblendungen sind von 3.092 im Juni auf 44.661 im September gestiegen, das Vierzehnfache. Im Oktober sind sie auf 19.336 gefallen, also auf weniger als die Hälfte.
Ein Einbruch um 25.000 Einblendungen sieht nach einem Problem aus. Die Klicks sind dabei aber nur von 337 auf 305 zurückgegangen, also um 9,5 Prozent, und die Klickrate ist von 0,75 auf 1,58 Prozent gestiegen.
Der Oktober ist damit nicht der bessere Monat, es kamen weniger Klicks an. Was die Zahlen zeigen, ist etwas anderes: Mehr als die Hälfte der Sichtbarkeit ist weggefallen, und davon hing fast kein Klick ab. Wer nur auf die Einblendungen geschaut hätte, hätte hier einen Absturz gemeldet, der im Ergebnis kaum stattgefunden hat.
Die Verteilung über die Seiten, letzte 90 Tage:
| Seite | Einblendungen | Klicks | Klickrate | Position |
|---|---|---|---|---|
| Ratgeber Akustikpaneele | 25.017 | 17 | 0,07 % | 6,0 |
| Ratgeber Filzträger | 12.535 | 7 | 0,06 % | 8,0 |
| Ratgeber Streifen entfernen | 6.092 | 233 | 3,82 % | 4,8 |
| Startseite | 11.626 | 177 | 1,52 % | 13,7 |
25.017 Einblendungen auf Position 6 haben 17 Klicks gebracht. Sieben Hundertstel Prozent. Im selben Zeitraum hat eine andere Ratgeberseite mit einem Viertel der Einblendungen auf einer ähnlichen Position 233 Klicks gebracht, also das Vierzehnfache.
Der Unterschied liegt in der Frage. „Wie wirken Akustikpaneele mit Filzträger“ ist eine Wissensfrage, die im Suchergebnis vollständig beantwortet wird. „Vinylboden Streifen entfernen“ ist eine Handlungsfrage, bei der man die Schritte braucht und deshalb klickt.
Diese Tabelle deckt 90 Tage ab, der Ausschlag im September einen einzelnen Monat. Dass genau diese Seite den September-Berg verursacht hat, lässt sich daraus nicht ableiten. Belegt ist nur, worauf sich die Einblendungen im Quartal verteilen und wie wenig davon in Klicks umschlägt.
Das Muster
Drei Projekte, drei Branchen, dasselbe Bild. Die Position einer Seite sagt wenig darüber aus, wie viele Klicks sie bringt.
Je Projekt die Seite mit der höchsten und die mit der niedrigsten Klickrate aus den Tabellen oben, jeweils 90 Tage:
| Projekt | höchste Klickrate | niedrigste Klickrate | Faktor |
|---|---|---|---|
| Kanzlei | Position 7,3 → 7,61 % | Position 8,1 → 0,17 % | 45 |
| Sportfotografie | Position 7,0 → 7,50 % | Position 4,2 → 0,27 % | 28 |
| Bodenhandel | Position 4,8 → 3,82 % | Position 8,0 → 0,06 % | 64 |
Bei der Kanzlei stehen beide Seiten praktisch auf derselben Position, und die Klickrate unterscheidet sich um den Faktor 45. Bei der Sportfotografie steht die schwächere Seite drei Plätze weiter vorn und holt trotzdem ein Achtundzwanzigstel. Nur beim Bodenhandel laufen Position und Klickrate in dieselbe Richtung.
Die durchschnittliche Position allein erklärt diese Unterschiede nicht. Sie ist auch kein direkter Vergleich: Jede Seite rankt für andere Suchanfragen, und die Durchschnittsposition fasst diese Anfragen jeweils anders zusammen. Zwei Seiten auf Position 7 stehen nicht im selben Rennen.
Was die Daten nahelegen, ist die Art der Suchanfrage. Wird sie im Suchergebnis schon beantwortet, bleibt der Klick aus. Beweisen lässt sich das aus drei Projekten nicht, widerlegen aber auch nicht, und in allen drei Fällen passt es.
Das hat eine unbequeme Konsequenz für die Art, wie SEO üblicherweise verkauft und berichtet wird. Ein Reporting, das Positionen und Sichtbarkeit zeigt, kann in jedem dieser drei Projekte einen Erfolg ausweisen, der beim Kunden nicht ankommt. Projekt 1 ist genau dieser Fall: Sichtbarkeit plus 118 Prozent, Klicks plus 22 Prozent.
Sichtbarkeit in KI-Antworten
Google weist die Leistung in generativen KI-Funktionen getrennt aus. Für die drei Projekte, Zeitraum 4. August bis 3. November 2026:
| Projekt | Einblendungen gesamt | davon in KI-Flächen | Anteil |
|---|---|---|---|
| Kanzlei | 11.605 | 1.767 | 15,2 % |
| Sportfotografie | 32.282 | 4.961 | 15,4 % |
| Bodenhandel | 89.479 | 13.353 | 14,9 % |
Drei Branchen, Websites mit dem Achtfachen an Größenunterschied, und der Anteil liegt in allen drei Fällen zwischen 14,9 und 15,4 Prozent. Ob das ein belastbarer Wert ist oder bei drei Projekten Zufall, lässt sich aus drei Projekten nicht beantworten.
Innerhalb der Websites verteilt sich das sehr ungleich. Der Anteil pro Seite reicht von 1,6 bis 37,8 Prozent:
Die Klickrate in der rechten Spalte stammt aus der gesamten Websuche, nicht aus dem KI-Bericht. Der weist keine Klicks und keine Klickrate für KI-Flächen aus, sondern nur Einblendungen.
| Projekt | Seite | KI-Anteil | Klickrate (gesamte Websuche) |
|---|---|---|---|
| Bodenhandel | Ratgeber Streifen entfernen | 35,9 % | 3,82 % |
| Bodenhandel | Ratgeber Reinigung | 31,8 % | 1,22 % |
| Bodenhandel | Ratgeber Akustikpaneele | 10,7 % | 0,07 % |
| Bodenhandel | Startseite | 2,3 % | 1,52 % |
| Bodenhandel | Kategorie Vinyl | 1,6 % | 1,91 % |
| Sportfotografie | Ratgeber Foto ändern | 37,8 % | 0,85 % |
| Sportfotografie | Startseite | 12,8 % | 4,62 % |
| Sportfotografie | Kontaktseite | 9,2 % | 7,50 % |
| Kanzlei | Ratgeber Abstandsverstoß | 23,8 % | 0,41 % |
| Kanzlei | Ratgeber Promillerechner | 18,8 % | 0,17 % |
| Kanzlei | Startseite | 7,9 % | 7,61 % |
| Kanzlei | Anwaltsprofil | 1,9 % | 2,00 % |
Die Verteilung folgt der Art des Inhalts. Ratgeber und Erklärseiten stehen oben, Startseiten, Kategorien und Profilseiten stehen unten. Google zieht für generative Antworten das heran, was eine Frage beantwortet, und nicht das, was etwas anbietet.
Was in diesen Daten nicht steht: dass KI-Antworten die Klicks wegnehmen. Das ist die verbreitete Annahme, und sie lässt sich hier nicht bestätigen.
Über alle 28 ausgewerteten Seiten, nach Einblendungen gewichtet: Seiten mit einem KI-Anteil ab 15 Prozent kommen auf 1,49 Prozent Klickrate, die darunter auf 1,79 Prozent. Bei diesen Mengen ist der Unterschied statistisch messbar. Über KI sagt er trotzdem nichts, denn die beiden Gruppen enthalten verschiedene Seitenarten: In der oberen stehen 10 von 11 Ratgeberseiten, in der unteren überwiegend Startseiten, Rubriken, Kontakt- und Profilseiten. Verglichen werden damit Seitenarten, nicht KI-Flächen.
Hält man die Seitenart konstant und rechnet nur mit Ratgebern, dreht sich die Richtung um: Ratgeber mit hohem KI-Anteil kommen auf 1,48 Prozent, die mit niedrigem auf 0,12 Prozent. Diese Gegenrechnung steht allerdings auf drei Seiten, von denen zwei das Ergebnis bestimmen. Belastbar ist sie damit ebenso wenig wie die erste.
Festhalten lässt sich nur das: Ein Einfluss von KI-Antworten auf die Klickrate ist in diesen Daten weder in die eine noch in die andere Richtung nachweisbar.
Zwei Einzelfälle aus derselben Website: Die Seite mit dem höchsten KI-Anteil im Bodenhandel, 35,9 Prozent, hat zugleich die höchste Klickrate aller Seiten in diesem Projekt. Der Akustikpaneele-Ratgeber mit der schlechtesten Klickrate von 0,07 Prozent hat einen unterdurchschnittlichen KI-Anteil von 10,7 Prozent.
Das sind Beobachtungen, keine Gegenbeweise. Wer wenig Klicks bekommt, sollte es aber nicht der KI anlasten, ohne nachgesehen zu haben. In diesen drei Projekten passt die Klickrate besser zur Art der Suchanfrage als zum KI-Anteil der Seite.
Wie in diesen drei Projekten gearbeitet wurde
Alle drei liefen nach demselben Muster.
Zuerst die Leistungsseiten. Bevor ein einziger Artikel entstand, standen die Seiten, auf denen etwas angeboten wird. In allen drei Projekten sind genau diese Seiten heute die klickstärksten: Startseite, Kontakt, Leistungsseiten. Die Ratgeber liegen mit wenigen Ausnahmen darunter.
Dann Fachartikel, zwei bis drei pro Monat, durchgehend. Teils fachlich eingegrenzt auf ein einzelnes Thema, teils mit regionalem Bezug. Über sechs Monate sind das zwölf bis achtzehn Texte je Projekt.
Parallel Title, Meta-Description und Überarbeitung bestehender Inhalte. Also Arbeit an dem, was im Suchergebnis steht, und an Texten, die schon online waren.
Welcher dieser Schritte welchen Ausschlag verursacht hat, steht nicht in den Daten, und ich behaupte es nicht. Eine Stelle ist allerdings auffällig: In Projekt 2 haben sich die Klicks verdoppelt, während die Position unverändert blieb und die Einblendungen kaum stiegen. Der gesamte Zuwachs kam aus der Klickrate, von 1,81 auf 3,48 Prozent. Das ist die Form, die Arbeit an Title und Snippet hinterlässt.
Dieselbe Kurve ließe sich auch mit der Saison erklären, weil Vereine zum Saisonstart anders suchen als im Frühjahr. Gegen diese Erklärung spricht der lange Verlauf: Die Klickrate zieht ab April an, vier Monate vor dem Saisonstart, und steigt dann durchgehend. Ein Saisoneffekt setzt nicht im April ein.
Beweisen lässt sich die Zuordnung damit trotzdem nicht. Dafür bräuchte es einen Test mit Kontrollgruppe, und den gibt es bei einer einzelnen Website nicht.
Woran erkennen Sie eine gute SEO-Agentur?
Fragen Sie nach Klicks, nicht nach Sichtbarkeit. Sichtbarkeitsindizes und Rankinglisten sind Anbieterkennzahlen. Klicks stehen in Ihrer eigenen Search Console und lassen sich nicht schönrechnen.
Fragen Sie, welche Suchanfragen die Klicks bringen. Nicht jeder Ratgeber bringt wenig. Entscheidend ist, welche Frage er beantwortet. Der Ratgeber zum Entfernen von Streifen auf Vinylboden holt 233 Klicks bei 3,82 Prozent Klickrate und ist damit die stärkste Seite seines Projekts. Andere Ratgeber derselben Website kommen mit dem Vierfachen an Einblendungen auf 17 Klicks. Eine Agentur, die diesen Unterschied vorher benennen kann, spart Ihnen die Inhalte, die nur Sichtbarkeit erzeugen.
Lassen Sie sich einen Monat zeigen, in dem es schlechter lief. Jedes echte Projekt hat einen. Projekt 3 hat im Oktober 25.000 Einblendungen verloren, und die Klicks sind dabei nur um 9,5 Prozent gefallen. Wer Ihnen so einen Monat nicht erklären kann, hat die Daten nicht angesehen.
Fragen Sie, was ein Budget in Ihrer Branche bewirkt. Dieselbe Summe hat in diesen drei Projekten sehr verschiedene Ergebnisse gebracht, von 36 bis 465 Prozent mehr Klicks. Am Geld lag der Unterschied nicht, der Einsatz war überall gleich. Woran genau, lässt sich aus drei Projekten nicht sagen: Die Art der Suchanfragen spielt sichtbar eine Rolle, daneben aber auch Wettbewerb, Zustand der Website, Bekanntheit der Marke und das, was an Inhalten schon da war. Wer Ihnen vorab einschätzt, welche Anfragen in Ihrer Branche überhaupt Klicks erzeugen, hat die Arbeit gemacht. Wer Ihnen ein Paket verkauft, noch nicht.
Rechnen Sie mit Monaten, nicht mit Wochen. Bei der Sportfotografie lagen sieben Monate zwischen Projektbeginn und dem Punkt, an dem die Kurve dreht. In dieser Zeit schwankten die Klicks zwischen 29 und 85 im Monat, ohne Richtung. Wer nach drei Monaten abbricht, bricht genau dort ab. Wann sich der Aufwand überhaupt lohnt, habe ich an anderer Stelle durchgerechnet: Wann lohnt sich SEO. Google beschreibt die Wirkungsdauer von Änderungen in der eigenen Dokumentation mit einigen Stunden bis mehreren Monaten und empfiehlt, einige Wochen zu warten, bevor eine Maßnahme bewertet wird.
Was diese Zahlen nicht zeigen
Sie zeigen keine Umsätze. Die Search Console misst Klicks, nicht Aufträge. Ob aus den 1.456 Klicks in Projekt 2 Buchungen geworden sind, steht in einem anderen System.
Sie zeigen keine Kausalität. Die Kurven zeigen, was passiert ist, nicht zwingend, warum. Bei Projekt 3 fällt der Anstieg mit der Veröffentlichung neuer Ratgeberinhalte zusammen, aber ein zeitlicher Zusammenhang ist kein Beweis. Für einen sauberen Nachweis bräuchte es einen Test mit Kontrollgruppe, und den gibt es bei Websites dieser Größe nicht.
Sie zeigen drei Projekte. Nicht alle. Die Auswahl ist nicht zufällig, sie besteht aus den drei SEO-Projekten, die im Zeitraum durchgehend liefen und für die ich die Daten zeigen darf.
Alle Zahlen stammen aus der Google Search Console der jeweiligen Projekte, abgerufen am 6. und 7. November 2026. Die Vorjahreswerte wurden über einen zweiten Zugang zur selben Property geprüft und stimmen mit den Tagesdaten überein. Zeiträume und Monatswerte sind unverändert übernommen. Die Positionsangaben sind mit den Einblendungen gewichtet, so wie Google selbst mittelt. Die Werte zur KI-Sichtbarkeit stammen aus dem Bericht zur Leistung in generativen KI-Funktionen, Zeitraum 4. August bis 3. November 2026. Dieser Zeitraum liegt vier Tage versetzt zu den Seitendaten der übrigen Tabellen. Nachgerechnet für den Gesamtanteil je Projekt macht der Versatz 0,0 bis 0,2 Prozentpunkte aus. Auf die Anteile einzelner Seiten wirkt er sich stärker aus, wie stark, lässt sich aus den vorliegenden Daten nicht beziffern.