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WordPress Website erstellen: Anleitung und 4 typische Fehler

Eine WordPress-Website selbst zu erstellen ist möglich. Die meisten Anleitungen versprechen dabei etwas, das nicht stimmt: dass man in dreißig Minuten fertig ist.

Man ist nach dreißig Minuten online. Das ist etwas anderes als fertig.

Dieser Artikel zeigt, was tatsächlich nötig ist, wie lange es realistisch dauert und an welchen vier Stellen die meisten Projekte kippen. Aus 26 Jahren Praxis und über 170 Projekten, von denen einige damit anfingen, dass jemand es zuerst selbst versucht hat.

Was Sie brauchen, bevor Sie anfangen

Eine Domain. Ihre Adresse im Netz. Kostet wenige Euro im Jahr, ist in fünf Minuten registriert. Nehmen Sie den Namen, unter dem Sie gefunden werden wollen, nicht den, der noch frei war.

Hosting. Der Ort, an dem Ihre Website liegt. Hier wird am häufigsten an der falschen Stelle gespart. Ein Tarif für zwei Euro im Monat reicht für ein Hobbyprojekt. Für eine Website, die Anfragen bringen soll, ist die Ladezeit ein Geschäftsfaktor – und die hängt direkt am Hosting.

WordPress selbst. Kostenlos. Die meisten Hoster installieren es auf Knopfdruck. Achten Sie darauf, dass es sich um WordPress.org handelt, die selbst gehostete Version, nicht um WordPress.com. Der Unterschied entscheidet darüber, was Sie später anpassen dürfen.

Die Schritte, realistisch beschrieben

1. Ziel festlegen, bevor Sie klicken. Was soll die Website leisten? Anfragen bringen, Termine, Verkäufe, oder einfach nur existieren? Diese Antwort bestimmt jede spätere Entscheidung. Wer sie überspringt, baut eine Seite, die hübsch aussieht und nichts tut.

2. Struktur planen. Welche Seiten braucht es, wie hängen sie zusammen, was ist der Weg vom ersten Besuch zur Kontaktaufnahme? Das gehört auf Papier, nicht in WordPress.

3. Theme auswählen. Das Theme bestimmt Aussehen und Struktur. Kostenlose Themes reichen für einfache Vorhaben. Premium-Themes kosten 50 bis 80 Euro und bringen mehr Funktionen mit – und mehr Ballast, den Sie nie brauchen werden.

4. Inhalte schreiben. Der Teil, den fast alle unterschätzen. Texte, die erklären was Sie tun und warum jemand bei Ihnen kaufen soll, sind aufwendiger als die gesamte technische Einrichtung. Rechnen Sie mit mehr Zeit dafür als für alles andere zusammen.

5. Technik einrichten. SSL-Zertifikat, Impressum, Datenschutzerklärung, Cookie-Hinweis. Nicht optional, sondern rechtlich verpflichtend.

6. Testen, bevor es live geht. Auf dem Smartphone, nicht nur am Rechner. Jedes Formular absenden. Jeden Link klicken.

Die vier Stellen, an denen es meistens schiefgeht

Diese Punkte tauchen in Anleitungen selten auf, weil sie erst Monate später sichtbar werden.

Der Page-Builder. Elementor, Divi und ähnliche Werkzeuge machen den Einstieg leicht. Sie erzeugen im Hintergrund aber enorme Mengen an überflüssigem Code. Das Ergebnis lädt langsam, ist schwer zu warten, und ein späterer Wechsel ist praktisch unmöglich, ohne die Seite neu zu bauen. Wir arbeiten deshalb ohne Page-Builder – nicht aus Prinzipienreiterei, sondern weil wir gesehen haben, wie solche Seiten nach zwei Jahren aussehen.

Zu viele Plugins. Für jedes Problem gibt es eins, und jedes wirkt einzeln harmlos. Nach einem halben Jahr sind es dreißig, die Seite ist langsam, und niemand weiß mehr, welches wofür da war. Jedes zusätzliche Plugin ist außerdem eine potenzielle Sicherheitslücke.

Vernachlässigte Wartung. WordPress, Themes und Plugins brauchen regelmäßige Updates. Wer das monatelang liegen lässt, hat irgendwann keine veraltete Website mehr, sondern ein Sicherheitsproblem. Gehackte WordPress-Installationen sind fast immer solche ohne Updates.

Das gekaufte Theme, das nicht passt. Ein Premium-Theme sieht in der Demo perfekt aus. Mit den eigenen Inhalten sieht es anders aus, und die Anpassungen, die man dann braucht, gehen über das hinaus, was die Theme-Optionen erlauben. An diesem Punkt landen viele Projekte in einer Sackgasse.

Wie lange es wirklich dauert

Für jemanden ohne Vorkenntnisse, mit einer einfachen Website aus fünf bis acht Seiten:

Technische Einrichtung: ein bis zwei Tage. Theme aussuchen und anpassen: zwei bis fünf Tage, je nachdem wie oft Sie das Theme wechseln. Texte schreiben: ein bis drei Wochen, wenn Sie es ernst nehmen. Bilder beschaffen und aufbereiten: mehrere Tage. Rechtliches und Testen: ein Tag.

In Summe: mehrere Wochen nebenher, nicht ein Wochenende. Wer das weiß, geht anders an die Sache heran als jemand, der mit dreißig Minuten gerechnet hat.

Wann es sich lohnt, es selbst zu machen

Selbst bauen ergibt Sinn, wenn Sie Zeit haben und Geld sparen wollen, wenn die Website einfach bleibt, wenn Sie Spaß daran haben, sich einzuarbeiten, oder wenn Sie erst testen wollen, ob eine Geschäftsidee überhaupt trägt.

Es ergibt weniger Sinn, wenn Ihre Zeit teurer ist als das Honorar, wenn die Website Anfragen bringen soll und nicht nur existieren, wenn Sie individuelle Funktionen brauchen, für die es kein fertiges Plugin gibt, oder wenn Barrierefreiheit für Sie rechtlich relevant ist.

Der ehrlichste Satz dazu: Eine selbst gebaute Website, die nach einem Jahr an ihre Grenzen stößt und komplett neu gemacht werden muss, ist am Ende teurer als eine, die von Anfang an trägt.

Wenn Sie doch Unterstützung wollen

Wir entwickeln WordPress-Websites ohne Page-Builder und ohne Plugin-Wildwuchs – mit individuellen Themes, die sich auch in drei Jahren noch warten lassen. Wenn Sie unsicher sind, ob sich das für Ihr Vorhaben lohnt, klären wir das im Erstgespräch. Kostenlos, und wenn die Antwort lautet, dass Sie es besser selbst machen, sagen wir das auch.

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Mehr dazu: WordPress-Entwicklung bei Rotblut und was eine Website kostet.

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